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Presse
19.01.2022, 12:26 Uhr
Pflege braucht Mitbestimmung statt Einmalzahlungen -
ein verbessertes Zeit- und Personalmanagement ist unverzichtbar
Der Arbeitnehmerflügel der CDU kritisiert die geplante Corona-Einmalzahlung der Bundesregierung. Das Bundesgesundheitsministerium arbeitet derzeit an einem Konzept, wer im Gesundheitswesen eine Bonuszahlung erhalten soll. Der Vorsitzende des CDA Kreisverbandes Gelsenkirchen, Alfred Brosch gibt zu bedenken: „Statt Corona-Einmalzahlungen braucht es ordentliche Betriebsvereinbarungen und Tarifverträge. Ob in der Pflege, in den Arztpraxen oder im Dialysezentrum: Harte Arbeit wird am wirkungsvollsten über Mitbestimmung honoriert. 
Hingegen ist Einmalzahlung eine kurzfristige Anerkennung der Arbeit und befördert eher eine Neiddebatte. Gerade der zurückliegende Zeitraum hat sichtbar gemacht, welch hohe Bedeutung für die Beschäftigten, neben einer dauerhaft angemessenen Bezahlung, insbesondere ein verbessertes Zeit- und Personalmanagement zur persönlichen Planung hat. Die Grundlage dafür schaffen erfahrungsgemäß Betriebsvereinbarungen und/oder Tarifverträge, eben möglichst unter Einbeziehung aller wesentlicher branchenspezifischen Anforderungen.“

Daher sieht die CDA die Bundesregierung in Verantwortung wichtige Impulse für mehr Mitbestimmung im Gesundheitssystem zu setzen. „Organisierte Mitbestimmung muss letztlich von der Arbeitnehmerschaft ausgehen. Die Rahmbedingungen dafür setzt der Staat. Die Wechselbereitschaft vieler Beschäftigten aus dem Gesundheitswesen hinaus sich zu verändern war selten so groß. Ein möglicher Indikator der belegt, dass Einmaleffekte nicht das Mittel der Wahl sind, sondern eher einer wünschenswerten Stärkung von Mitbestimmung entgegenstehen“, so Brosch abschließend.